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Bis zum Jahr 2004 war umstritten, ob öffentliche Auftraggeber aufgrund von Vergabevorschriften Generalübernehmer beauftragen dürfen. Seit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshof (C-314/01) steht fest, dass das Vergaberecht die Beauftragung von Generalübernehmern durch öffentliche Auftraggeber erlaubt. Dies wurde im Rahmen der Überarbeitung der VOB 2006 nunmehr auch durch § 8a Nr. 10 VOB/A Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen für europaweite Ausschreibungen klar gestellt.
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Sicherheits- oder Notbeleuchtung

Eine Sicherheitsbeleuchtungsanlage nach EN 50172 stellt sicher, dass bei einem Ausfall der allgemeinen Stromversorgung sofort über eine weitere Stromquelle die Beleuchtung innerhalb der Flucht- und Rettungswege hergestellt wird.

Bei der Sicherheitsbeleuchtung wird unterschieden zwischen der Sicherheitsbeleuchtung für Flucht- und Rettungswege, der Antipanikbeleuchtung und der Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung.Bild BF 183

 

Deutsche Normen und Vorschriften

VDE 0108 Teil 100 Notbeleuchtung

VDE 0100 Teil 560 Errichtung von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1000 V

VDE 0100 Teil 718 Bauliche Anlagen für Menschenansammlungen

DIN 4844-1  Sicherheitskennzeichnung (Maße Erkennungsweiten)

DIN 4844-2  Sicherheitskennzeichnung (Darstellung Sicherheitszeichen)

MLAR bzw. LAR Muster – Leitungsanlagenrichtlinie

ASR   Arbeitsstättenrichtlinie

BGV   Berufsgenossenschaftliche Verordnung

 

Europäische und Internationale Vorschriften

EN 1838  Notbeleuchtung

EN 50171  Zentrale Stromversorgungssysteme

EN 50172  Sicherheitsbeleuchtungsanlagen

EN 50272-2  stationäre Batterien

EN 60598-2-22 Besondere Anforderungen (Leuchten für Notbeleuchtung ISO)

 

Eine Sicherheitsbeleuchtungsanlage muss nachstehende Funktionen erfüllen:

  • Die Rettungswegzeichen müssen beleuchtet sein
  • Die Fluchtwege zu Ausgängen müssen durchgängig beleuchtet sein
  • Alle Brandbekämpfungseinrichtungen, wie Brandmeldeanlagen-Handmelder oder Feuerlöscher müssen explizit beleuchtet werden.

Sofern Ausgänge in Fluchtwegen verdeckt, oder nicht unmittelbar einsehbar sind, müssen Richtungszeichen dahinführen, so dass auch Besucher ohne Ortskenntnisse die Ausgänge von jedem Standort aus finden können.

Die Zeichen, die Ausgänge und/oder Fluchtwege kennzeichnen, müssen in ihrer Form, Farbe und Gestaltung, wie auch in Ihrer Leuchtdichte der EN 1838 entsprechen.

Befinden sich ortsunkundige Personen in den Bereichen, müssen die Rettungszeichen in Dauerlichtschaltung betrieben werden.

Für den Betrieb einer Sicherheitsbeleuchtungsanlage ist eine Person zu bestimmen, die für die Anlage verantwortlich ist. Vorzugsweise sollte diese Aufgabe der Brandschutzbeauftragte übernehmen. Darüber ist ein Prüfbuch zu führen, das die regelmäßigen Prüfungen protokolliert.

 

Der Inhalt des Prüfbuchs muss folgende Informationen enthalten:

  • Datum der Inbetriebnahme inkl. Bescheinigungen über vorgenommene Änderungen
  • Datum jeder wiederkehrenden Prüfung und unternommene Tests
  • Datum und kurzgefasste Informationen über jede Wartung, Prüfung und Test
  • Datum und kurzgefasste Informationen über jeden Fehler und deren Fehlerbehebung
  • Datum und Dokumentation über Änderungen an der Sicherheitsbeleuchtungsanlage
  • Automatische Prüfeinrichtung en und deren Funktion müssen beschrieben sein

Umfang der Prüfungen

Täglich:

Sichtprüfung der Anzeigen bei Zentralen Stromversorgungsanlagen auf korrekte Funktion

 

Monatlich:

Simulation eines hinreichend langen Stromausfalls

  • Es muss die Umschaltung jeder Leuchte von der allgemeinen Beleuchtung von Netzbetrieb auf Notbetrieb, und die Funktion derselben geprüft werden.
  • Prüfung aller Leuchten und Zeichen auf Sauberkeit, tatsächliches Vorhandensein und richtige Funktion geprüft werden
  • Nach Abschluss der Prüfung muss die allgemeine Beleuchtung wiederhergestellt werden, und zusätzlich jede Meldelampe und jedes Meldegerät geprüft werden, um Sicherzustellen, dass die allgemeine Energieversorgung wiederhergestellt ist.
  • Bei Zentralbatterieanlagen sind zusätzlich die Überwachungseinrichtungen auf korrekte Funktion u überprüfen.

Jährlich:

  • Bei automatischen Prüfeinrichtungen, sind die Ergebnisse der Bemessungsbetriebsdauertests zu protokollieren.
  • Nicht automatische Systeme sind wie in der monatlichen Prüfung zu testen, sowie ergänzend in den nachfolgenden zusätzlichen Prüfungen und Tests sind durchzuführen:
    • Jede Leuchte und jedes hinterleuchtete Zeichen muss über seine volle, vom Hersteller angegebene Bemessungsbetriebsdauer geprüft werden
    • Nach Abschluss der Prüfung sollte die allgemeine Beleuchtung wiederhergestellt werden, und zusätzlich jede Meldelampe und jedes Meldegerät geprüft werden, um Sicherzustellen, dass die allgemeine Energieversorgung wiederhergestellt ist.
    • Das Datum der Prüfung und Ergebnisse müssen im Prüfbuch niedergeschrieben werden.

 

Leuchtenanbringung:

an allen Notausgängen und

  • in der Nähe von Treppen, um jede Treppenstufe direkt zu beleuchten
  • in der Nähe jeder Niveauänderung
  • an vorgeschriebenen Sicherheitszeichen
  • bei jeder Richtungsänderung
  • bei Kreuzungen von Fluren und Gängen
  • außerhalb und in der Nähe von jedem letzten Ausgang
  • in der Nähe jeder Erste-Hilfe-Stelle

In der Nähe jeder Brandmeldeeinrichtung und jeder Brandbekämpfungseinrichtung

In der Nähe bedeutet, im Abstand von nicht mehr als 2 m.

Erste-Hilfe-Stellen und Brandbekämpfungs- oder Meldeeinrichtungen müssen, wenn sie außerhalb des Rettungsweges sind, mit mindestens 5 lx beleuchtet sein.

 

Definition von Erkennungsweiten

An Sicherheitszeichen für Rettungswege werden folgende Anforderungen gestellt:

  • Erkennungsweite (d): Formel: d= s x p
  • p = die Höhe des Grünfeldes
  • s = Distanzfaktor 100 (beleuchtete Zeichen) bzw. Distanzfaktor 200 (hinterleuchtete Zeichen)

Beispiel:

Die Höhe eines hinterleuchteten Zeichens errechnet sich nach der Formel:

Entfernung von 20 m (d = 20).

Grundformel: Formel umgestellt nach p:

d = s x p, p = d / s

p = 20 / 200 = 0,10 m (Grünfeldhöhe)

 

Definition von Piktogrammen

Anforderungen an Sicherheitszeichen für Rettungswege:

Leuchtdichte: an jeder Stelle der Sicherheitsfarbe (grün) mind. 2 cd/m²

Lmax : Lmin darf innerhalb der weißen und grünen Fläche nicht größer 10 : 1 sein

Lweiß : Lgrün =  min. 5 : 1, max. 15 : 1

Tel. 089/1250 3443-0

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