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Bis zum Jahr 2004 war umstritten, ob öffentliche Auftraggeber aufgrund von Vergabevorschriften Generalübernehmer beauftragen dürfen. Seit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshof (C-314/01) steht fest, dass das Vergaberecht die Beauftragung von Generalübernehmern durch öffentliche Auftraggeber erlaubt. Dies wurde im Rahmen der Überarbeitung der VOB 2006 nunmehr auch durch § 8a Nr. 10 VOB/A Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen für europaweite Ausschreibungen klar gestellt.
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Der Heizraum

Missverständliche Lockerungen
Viele denken, dass sich die Anforderungen an Gas- und Ölfeuerstätten so sehr gelockert haben, dass die alten „Heizraumrichtlinien“ bzw. die ehemaligen Feuerungsverordnungen der Bundesländer nicht mehr gelten und damit keinerlei Auflagen an den Brandschutz mehr verbunden sind.
In den meistern Landesbauordnungen steht sinngemäß „Feuerstätten und Abgasanlagen (Feuerungsanlagen) müssen betriebssicher und brandsicher sein“. Vorschriften hinsichtlich der Aufstellungsräume für Feuerungsanlagen sind in den jeweiligen Landes-Feuerungsverordnungen und aber auch Landes-Bauordnungen festgelegt. Grundlage hierfür ist die Muster-Feuerungsverordnung MFeuVO. Die Verordnungen der Länder stehen über allen anderen Vor-schriften und Regeln.Bild BF 142

Trotz einiger Lockerungen gilt nach wie vor:

Heizraum oder Aufstellungsraum
In der Vergangenheit wurden Öl- oder Gaskessel, aber auch Kessel mit festen Brennstoffen unter 50 kW in Räumen aufgestellt, die den alten Heizraumrichtlinien entsprachen. Dagegen sind heute Heizräume nur noch für Feuerstätten mit festen Brennstoffen über 50 kW vorgeschrieben, die aber nach wir vor dem § 6, der Feuerstättenverordnung entsprechen müssen.
Unter 50 kW können Feuerstätten in Aufstellräumen, mit erleichterten Auflagen aufgestellt werden.

Heizraum von Gas- oder Ölfeuerstätten
Nachdem seit jeher der Öl- oder Gasheizkessel im Heizraum stand, schien völlig klar zu sein, dass sofern von einem Heizraum die Rede war, für Wände, Decken und Türen, Brandschleusen, Rettungswege, Abluftanlagen, eine entsprechender Feuerwiderstandsdauer und vieles mehr gefordert wurde.
Dies wurde tatsächlich etwas erleichtert. was den Brandschutz in Aufstellungsräumen angeht. Weder für Wände und Decken, noch für die Türen, sind heute Anforderungen an die Feuerwiderstandsdauer formuliert. Die Tür zum Aufstellungsraum muss lediglich so beschaffen sein, dass diese selbsttätig und dicht schließt. Die Erleichterung bezieht sich auf Aufstellräume, also Öl- und Gas-Feuerstätten unter 50 kW.
Die Erkenntnisse aus der Vergangenheit und die Wirklichkeit haben gezeigt, dass die Ursache eines Gebäudebrandes selten oder nie vom Heizraum ausgeht. Mit anderen Worten: Die Feuerschutzmaßnahmen dienten im Brandfall meistens dazu, die Feuerstätte vor dem Schadfeuer zu schützen. Und das ist nicht unbedingt erstrebenswert – denn was nützt in einem ausgebrannten Gebäude schließlich noch eine Heizung? Lediglich bei der Gasbefeuerung half die Brandschutzmaßnahme mit, einen unkontrollierten Gasaustritt zu verhindern oder zumindest zu verzögern. Hier aber, greift heute ein anderer Schutz: Vor dem Gasgerät muss eine thermisch auslösende Absperreinrichtung (TAE) eingebaut sein. Sie schließt bei Temperaturen um die 100 °C und sichert somit die Gasanlage. Man geht hier sogar so weit, dass man die Anordnung einer von außerhalb des Raumes bedienbaren „Notabsperrung“ nicht mehr fordert. Ein Notschalter zum Abschalten der Feuerung wird für Anlagen mit einer Gesamtnennwärmeleistung von mehr als 50 kW aber auch weiterhin verlangt.

Zusammenfassung der Anforderungen an Heizräume
- Räume dürfen nicht anderweitig genutzt werden, außer noch für die zusätzliche Aufstellung von WP, BHKW und der Lagerung von Brennstoffen,
- sie dürfen nicht mit Aufenthaltsräumen, mit Treppenräumen notwendiger Treppen unmittelbar in Verbindung stehen,
- der Rauminhalt muss mindestens 8 m³ betragen
- die lichte Raumhöhe muss mindestens 2 m messen,
- einen Ausgang ins Freie oder in einen Flur (Anforderungen eines notwendigen Flures),
- Türen müssen in Fluchtrichtung aufschlagen,
- tragende Wände, Stützen sowie Decken und Böden müssen feuerbeständig sein,
- Öffnungen müssen, soweit sie nicht unmittelbar ins Freie führen, feuerhemmend und selbstschließend sein,
- je eine obere und untere Öffnung als Verbrennungsluftversorgung ins Freie von mindestens je 150 cm² freier Querschnitt (auch als Lüftungsleitung möglich),
- Lüftungsleitungen, die durch andere Räume führen, müssen mindestens eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten haben,
- Lüftungsleitungen dürfen nicht mit anderen Räumen verbunden sein,
- Lüftungsleitungen dürfen nicht der Lüftung anderer Räume dienen,
- Lüftungsleitungen die für die Belüftung anderer Räume dienen und durch den Heizraum geführt werden, müssen
oeine Feuerwiderstandsdauer von mindestens 90 Minuten haben oder
oeine selbsttätige Absperrvorrichtung für eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten haben (Feuerschutzklappen) und
- ohne Öffnungen zum Heizraum sein,
- werden in Heizräumen auch Feuerstätten für flüssige oder gasförmige Brennstoffe aufgestellt, müssen für diese Feuerungen die entsprechenden Notabschaltungen außerhalb des Raumes einschl. der Hinweisschilder vorgesehen werden.

Aufstellraum für die Feuerstätte
Öl- und Gasfeuerstätten mit weniger als 50 kW Gesamtnennwärmeleistung müssen – im Gegensatz zu festbrennstoffbefeuerten Anlagen mit mehr als 50 kW – nicht mehr im brandsicheren Heizraum errichtet werden. Für sie genügt ein Aufstellungsraum mit besonderen Anforderungen. Diese besonderen Anforderungen erstrecken sich darin, dass der Raum zu anderen Räumen keine Öffnungen (ausgenommen der Türen) haben darf. Ferner darf er nur dem Betrieb der Feuerstätte dienen. Die gebräuchliche Werkstatt, Tischtennisplatte oder der Hasenkäfig haben hier genauso wenig zu suchen, wie z.B. die Wäscheleine zum Trocknen von Kleidung. Der Raum darf auch nicht als Hobby- oder Lagerraum genutzt werden. Was hier gelagert werden darf, das sind die Brennstoffe, die für den Betrieb der Feuerstätte benötigt werden. Die Öllagermenge ist in der Regel auf maximal 5000 Liter begrenzt und die Ölzufuhr zum Brenner muss von außer-halb des Raumes absperrbar sein. Ebenfalls ist es erlaubt, Wärmepumpen oder Blockheizkraftwerke im Aufstellungsraum unterzubringen. Bei Gasbefeuerung darf sich auch der Hausanschluss hier befinden.

Zusammenfassung der Anforderungen an Aufstellräume
- Räume dürfen nicht anderweitig genutzt werden, außer noch für die zusätzliche Aufstellung von WP, BHKW und der Lagerung von Brennstoffen,
- keine Öffnung gegenüber anderen Räumen, außer Türen,
- Türen müssen dicht und selbstschließend sein,
- Notschalter für Brenner und Brennstofffördereinrichtung außerhalb des Raumes vor-sehen,
- Hinweisschild „Notschalter-Feuerung“ vorsehen,
- bei Heizöllagerung, wenn diese nur vom Aufstellraum der Feuerstätte zu begehen ist: Notschalter oder Absperrvorrichtung für die Heizölzufuhr außerhalb des Raumes vor-sehen.
 

Tel. 089/1250 3443-0

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